Schlagwort: Cinematographinnen

EP17: Die Cinematographinnen

Jana Papa und Birgit Gudjonsdottir sprechen über die Arbeit der Cinematographinnen.

Zu Gast sind in dieser Folge DoP Birgit Gudjonsdottir und Jana Pape von den Cinematographinnen. Sie berichten nach fünf Jahren des Bestehens ihres Netzwerks deutschsprachiger Bildgestalterinnen von der Gründung und was sich bisher getan hat. Susanne Braun vom Indiefilmtalk Podcast unterstützt Gastgeber Timo Landsiedel bei diesem Podcast-Crossover in der Moderation.

Die Cinematographinnen sind das Netzwerk deutschsprachiger Bildgestalterinnen und setzen sich für die Sichtbarkeit von Kamerafrauen und weiblichen Filmsschaffenden in den visuellen Gewerken ein. In dieser Episode erzählen Vorstandsmitglied Jana Pape und Gründungsinitiatorin Birgit Gudjonsdottir von dem Netzwerk. Unterstützt werde ich in der Moderation von Susanne Braun vom Indiefilmtalk Podcast.

Diese Folge ist der Auftakt zu einer Kooperation zwischen Indiefilmtalk und Hinter der Kamera. Den Indiefilmtalk Podcast machen Yugen Yah und Susanne Braun für Filmschaffende aus allen Gewerken. Mehr dazu in der Episode!

Gründung

Den Gründungsanstoß für die Cinematographinnen gab es 2017. Die Studie „Gender und Film“ der Filmförderanstalt FFA und des Fraunhofer Instituts fand heraus, dass weibliche Kameraleute gerade einmal 10 Prozent der Filme am Markt in eigenverantwortlicher Position umsetzen.

Die vom Verband der Filmschaffenden e.V. in Auftrag gegebene Studio von Jörg Langer förderte schon ein Jahr zuvor eine Gender-Pay-Gap der weiblichen Filmschaffenden von im Schnitt etwa 25 Prozent zutage. Bei den Kameraleuten wurde Bildgestalterinnen sogar etwa 43 Prozent weniger bezahlt. Vielen war bewusst, es musste sich etwas tun.

In dieser Situation war es DoP Birgit Gudjonsdottir – ihr kennt sie aus Episode 7 – die viele deutschsprachige Kamerafrauen zusammenbrachte, um ein Netzwerk zu gründen. Vornehmliches Ziel: Mehr Sichtbarkeit! Auf dem Camerimage Festival 2017 präsentierten sich die rund 100 Bildgetalterinnen erstmals der Öffentlichkeit.


Wie schon in der Episode erwähnt, habe ich eine kleine Umfrage erstellt. Die Befragung dauert keine 5 Minuten und hilft mir enorm, den Podcast weiter zu entwickeln. Was findet Ihr toll an meinen Gesprächen? Was nicht so? Wie könnte der Podcast in Zukunft aussehen? Ich freue mich auf Eure Antworten!


Die Cinematographinnen im Netz

Wer sich über die Arbeit der Cinematographinnen informieren möchte, der schaue am besten auf ihrer Website vorbei. Dort gibt es auch eine Linksammlung zu aktuellen Studien, die über Gender Pay Gap, Gleichstellung vor und hinter der Kamera bei TV und Film berichten. Ich habe für meinen Newsletter natürlich auch ein paar Links und zusätzliches Material über Birgit, Jana und die Cinematographinnen zusammengetragen. Auch im Fachmagazin Film & TV Kamera ist ein Teil dieses Gesprächs veröffentlicht worden. Ihr findet es in Ausgabe 9.2022.

Den Hinter-der-Kamera-Podcast könnt ihr übrigens bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify abonnieren! Mehr dazu findet ihr hier! Und jetzt gute Unterhaltung beim Podcastgespräch zusammen mit Susanne Braun vom Indiefilmtalk Podcast und mit unseren Gästinnen Birgit Gudjonsdottir und Jana Pape von den Cinematographinnen!

EP07: Birgit Gudjonsdottir, DoP

Mein Gast im Podcast ist diesmal Birgit Gudjonsdottir, DoP (Foto: privat)

Das neue Jahr bringt einen neuen Gast. Mit Birgit Gudjonsdottir, DoP von Kinofilmen wie “Die Rüden”, “Our Grand Despair” oder “Schattenwelt”, spreche ich im Podcast ausführlich über drei ihrer Werke, ihren Weg in die Branche und warum sie sich mit jedem Projekt in der visuellen Arbeit aufs Neue herausfordert.

Birgit Gudjonsdottir machte ihre ersten Schritte in der Fotografie Mitte der 1970er. In der Schule lernte sie die Grundlagen und machte erste Bilder mit der Kamera ihrer Mutter. Im Hafen von Reykjavik beobachtete sie eines Tages zwei Jungen beim Fischen. Ein Mann beobachtete die beiden. Birgit rückte den Mann ins Foto und plötzlich erzählte das Bild etwas. Irgendwie berührte sie dieses Bild und sie merkte, dass sie mit Fotos Geschichten erzählen kann, die anders nicht sichtbar wären.

In Wien studierte Birgit Fotografie, denn sie wollte mit ihr die Welt kennenlernen. Auf der Suche nach Inspiration fand sie ein kleines Kino um die Ecke, in dem sie die Filme von Ingmar Bergmann und Alfred Hitchcock sah. Ihr erstes Vorbild in der Branche war hier der Kameramann Hanuš Pollack, dem sie bei einer Kamera-Hospitanz bei einem Spielfilm über die Schulter schauen konnte. “Er hat das mit so einer Leidenschaft und Freude gemacht – da wusste ich, das ist mein Beruf, da will ich hin“, sagt Birgit in unserem Gespräch.

Kameradozentin

Es folgten viele Einsätze in der Werbung, erst als Assistenz, dann als Bildgestalterin. Von dort schaffte sie den Sprung zu szenischen Produktionen und drehte “Kommissar Rex”. In dieser Zeit hatte sie bereits begonnen, sich in der Lehre zu engagieren und dozierte an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Eine Tätigkeit, von der sie selbst immer noch viel lernt und die sie mit viel Spaß betreibt. Es folgten TV-Filme, Kinodokumentarfilme und die erste Kinoproduktion mit Regisseurin Connie Walther “Und Tschüß Ihr Lieben”. Mit Walther verbindet sie eine langjährige Kollaboration, insgesamt fünf Werke entstanden seit 2002.

Darunter auch “Schattenwelt” von 2008 und “Die Rüden” von 2020. Über beide Filme sprechen wir ausführlich im Podcast. Hinzu kommt noch der türkische Film “Our Grand Despair” von Regisseur Seyfi Teoman, den ich, so muss ich gestehen, überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und der in Deutschland leider auch schwer zu zu bekommen ist. Aber es lohnt sich. Warum, das erfahrt ihr im Podcast. Übrigens: Birgit und ich haben uns so ausführlich über ihr Engagement für Kolleg*innen und Bildgestalter*innen unterhalten, dass ich dieses Gespräch im – wieder sehr langen – Extramaterial veröffentlichen werde!

Birgit Gudjonsdottir im Netz

Birgit ist auch im Internet vertreten. Über ihre Arbeit erfahrt ihr mehr auf Ihrem Profil bei den Cinematographinnen. Wer die Kamerafrau kontaktieren möchte, kann das über ihre Homepage tun. Auch beim Bundesverband Kinematografie ist Birgit vertreten. Ein ausführliches Porträt über Birgit, das auf dem ersten Teil unseres Gesprächs beruht, könnt ihr ab Ende Februar in der Ausgabe 3.2021 des Fachmagazins Film & TV Kamera lesen!

Diesen Podcast könnt ihr übrigens bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify abonnieren! Mehr dazu findet ihr hier! Doch jetzt erstmal viel Spaß beim Podcastgespräch mit Birgit Gudjonsdottir, DoP!